Am Morgen des 25. Mai 2026 hielt Kaiserslautern Kolleg für Intelligente Produktion (kurz: KKIP) einen Sondervortrag mit dem Titel „Entwicklung und berufliches Lernen der deutschen Logistikindustrie“. Prof.in Dr. Chen Liping wurde als Referentin zum Vortrag eingeladen, die seit Jahrzehnten im Bereich Logistiktechnik und Supply-Chain-Management arbeitet. Seit langem übernimmt sie an der Hochschule Kaiserslautern die hauptverantwortliche Tätigkeit für die zentralen Lehrinhalte des Logistik-Studiengangs sowie die deutsch-chinesischen Kooperationsprojekte im Hochschulbereich. Mit fundierten akademischen Kenntnissen und reichhaltigen Praxiserfahrungen aus der Branche gilt sie als erfahrene Expertin, die die Logistikausbildung und Branchenentwicklung beider Länder verbindet.

Ausgehend von der grundlegenden Definition und dem zugrundeliegenden Prinzip der Logistik stellte Prof.in Chen klar, dass Logistik keineswegs nur aus Transport und Lagerung bestehe, sondern eine Einheit aus Warenfluss und Informationsfluss sei. Ihr zentrales Ziel bestehe darin, die sieben Richtigen zu gewährleisten: Die richtige Ware zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu liefern – in richtiger Menge und Qualität, mit den dazugehörigen richtigen Informationen und zu einem marktgerechten Preis. Dieses Konzept half den Studierenden, einen systematischen Wissensrahmen für das Logistikmanagement aufzubauen. Anschließend erweiterte sie den Blick auf die industrielle Landschaft Europas und analysierte detailliert die Besonderheiten der Entwicklung der deutschen Logistikbranche. Dank der vorteilhaften geografischen Position im Herzen Europas, einer vollständigen Verkehrsinfrastruktur sowie hochgradig standardisierten Betriebsabläufen nimmt Deutschland seit langer Zeit eine Schlüsselrolle als zentraler Logistikknotenpunkt in Europa ein.

Zu aktuellen Trends wie
digitaler Transformation, intelligenter Lagerhaltung und Transport sowie grüner
und klimafreundlicher Logistik erläuterte Prof.in Chen die neuesten
Entwicklungen der Branche im Zeitalter der Industrie 4.0. Dazu gehören
beispielsweise die durch das Internet der Dinge ermöglichte lückenlose
Verfolgung entlang der gesamten Wertkette, die flächendeckende Nutzung
automatisierter Sortieranlagen sowie die zunehmende Einführung von Antrieben
mit erneuerbaren Energien im Logistikbereich. Diese aktuellen Einsichten
vermittelten den Studierenden ein klareres Verständnis der Wettbewerbsvorteile
und Zukunftsaussichten der deutschen Logistikbranche.

Zu den von den Studierenden besonders beachteten Fragen zum fachlichen Studium und zum Auslandsstudium erklärte Prof.in Chen die drei Hauptstudienrichtungen der Logistik: interne Unternehmenslogistik, Verkehrslogistik sowie prozessübergreifende Verbindung. Sie wies darauf hin, dass Transport und Logistik praktischer sind und eng mit der sino-deutschen Kooperationsausrichtung der Hochschule Kaiserslautern übereinstimmen. Sie stellte außerdem die Vorteile des Doppelabschluss-Ausbildungsmodells vor und erklärte, dass für zahlreiche Fachkurse im Inland eine gegenseitige Anerkennung von Leistungspunkten möglich ist. Die neu hinzugefügten Übergangswahlfächer helfen den Studierenden, sich reibungslos an das Tempo des deutschen Unterrichts anzupassen. Sie schilderte authentisch die charakteristische Lehrweise in Deutschland mit seminaristischem Unterricht und praxisorientierten Veranstaltungen und informierte objektiv über die Lebensumstände an den Hochschulstandorten sowie die alltäglichen Kosten. Sie riet den Studierenden, großen Wert auf das Deutschlernen und die Studienprüfungen zu legen, um negative Auswirkungen auf das Studium durch angesammelte nicht bestandene Prüfungen zu vermeiden. Damit gab sie praktische Ratschläge für die Studienplanung und das Studium in Deutschland.
Die anschließende Frage-Antwort-Runde verlief sehr lebhaft.
Die Studierenden stellten zahlreiche Fragen zur Anpassung zwischen chinesischen und deutschen Lehrveranstaltungen, zu Praktikumsmöglichkeiten in Deutschland sowie zu den Zulassungsvoraussetzungen für ein Masterstudium, die Prof.in Chen alle geduldig beantwortete.
Sie ermutigte die Studierenden, solide Fachkenntnisse aufzubauen, ein übergreifendes Denken zu entwickeln, den gesamten Logistikprozess und die Bedürfnisse der Kunden im Auge zu behalten sowie ihre Fähigkeiten zur interkulturellen Kommunikation, Zusammenarbeit und praktischen Arbeit stetig zu verbessern.

Der Vortrag kombinierte aktuelle Brancheninformationen mit Anleitungen zur Studienplanung. Er half den Studierenden, die Gesamtentwicklung der deutschen Logistikbranche nachzuvollziehen, und wies ihnen den Weg für das Studium im Rahmen des deutsch-chinesischen Kooperationsprogramms sowie für ein weiter führendes Auslandsstudium.
Zukünftig wird KKIP regelmäßig Branchenvorträge und akademische Austauschveranstaltungen entsprechend den Bedürfnissen der Studierenden durchführen. Dadurch werden die Verbindung von Ausbildung und Praxis sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Ausbildung vertieft.
Die Hochschule unterstützt die Studierenden dabei, ihre Entwicklungsziele zu finden, ihre Fachkompetenzen auszubauen und die internationale Ausbildung kontinuierlich voranzutreiben.
